Kurz gesagt: Klinisch hat die Perimenopause zwei Phasen, eine frühe und eine späte. Die Grenze zieht der Zyklus, nicht der Geburtstag: Die frühe Phase beginnt, wenn sich die Länge aufeinanderfolgender Zyklen anhaltend um sieben Tage oder mehr unterscheidet, die späte, wenn zwischen zwei Blutungen 60 Tage oder mehr liegen. Die „vier Phasen“, die Sie im Netz finden, stammen aus drei verschiedenen Modellen, und keines davon ist falsch – sie zählen nur Unterschiedliches.
Die erste Frage ist deshalb nicht, in welcher Phase Sie sind, sondern: Wessen Einteilung ist gemeint?
Warum Sie „zwei“, „drei“ und „vier“ Phasen lesen
Drei Zählweisen kursieren nebeneinander. Sie widersprechen sich weniger, als es aussieht, weil sie verschiedene Dinge benennen.
Drei Abschnitte: die übliche deutsche Reihenfolge
Im deutschsprachigen Raum stehen meist drei Zeiträume und ein Zeitpunkt nebeneinander. Die Frauenärzte im Netz, herausgegeben vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, ordnen sie so: Auf die Prämenopause folgt die Perimenopause, „die Zeitphase kurz vor dem Ausbleiben der Menstruation“, die im Mittel mit 47,5 Jahren beginnt; darauf folgt die Menopause als Zeitpunkt der letzten Regelblutung, der mindestens zwölf Monate ohne Blutung folgen, und daran schließt die Postmenopause an (Frauenärzte im Netz, Stand 18. Mai 2018).
An einer Stelle lohnt sich Genauigkeit, weil zwei deutsche Institutionen dasselbe Wort verschieden gebrauchen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen schreibt auf seinem Portal: „Die 1 oder 2 Jahre vor der letzten Regelblutung werden Prämenopause genannt, die Zeit danach Postmenopause“ (IQWiG, gesundheitsinformation.de). Das ist ungefähr der Zeitraum, den die Frauenärzte im Netz Perimenopause nennen – dort bezeichnet Prämenopause die Jahre davor.
Beide Lesarten existieren also in deutschen Quellen gleichzeitig, und wir lösen das hier nicht auf, weil es nicht aufzulösen ist. Praktisch heißt das: Wenn Ihnen „Prämenopause“ in einem Befund, einer Packungsbeilage oder einer Studie begegnet, sehen Sie nach, was dieses Dokument darunter versteht. Die vier Grundbegriffe und ihre Abgrenzungen arbeitet unser Ratgeber zum Unterschied zwischen Perimenopause und Menopause durch.
Zwei Phasen: das klinische Modell
Sobald es um Diagnostik geht, wird aus der Dreierreihe eine Zweiteilung innerhalb der Perimenopause. Maßgeblich sind international die STRAW+10-Kriterien, 2012 aus dem Stages of Reproductive Aging Workshop hervorgegangen (Harlow et al., 2012).
Die deutsche S3-Leitlinie folgt ihnen und vereinfacht bewusst. In der Konsultationsfassung von Juni 2026 heißt es: Die STRAW+10-Kriterien „unterscheiden innerhalb der menopausalen Transition zwischen der frühen und späten Perimenopause sowie der frühen Postmenopause. Für die bessere Anwendbarkeit in der Praxis ist in dieser Leitlinie allenfalls nur von früher oder später Perimenopause die Rede“ (AWMF 015-062, Konsultationsfassung, Langfassung). Dieselbe Fassung nennt für die frühe Phase ein medianes Alter von 47 Jahren und für die späte eines von 49 Jahren.
Zum Status dieses Textes gehört eine Einordnung, die Sie anderswo selten lesen. Die zuletzt verabschiedete Fassung der Leitlinie besaß „eine Gültigkeitsdauer vom 01.01.2020 bis 31.12.2024“ (AWMF 015-062, Fassung Januar 2020) und ist damit abgelaufen. Die Überarbeitung läuft: Das Bundesgesundheitsministerium beauftragte dafür im Mai 2024 eine Evidenzrecherche beim IQWiG (IQWiG, Projekt V24-05). Die Fassung von 2026 trägt auf jeder Seite den Vermerk DRAFT und ist eine Konsultationsfassung, also ein Entwurf im Kommentierungsverfahren – noch keine beschlossene Leitlinie. Wir zitieren sie als das, was sie ist.
Vier Phasen: das Modell aus Vancouver
Die Vierer-Zählung, die in deutschen Foren und Ratgebertexten am häufigsten auftaucht, hat einen benennbaren Urheber: das Centre for Menstrual Cycle and Ovulation Research (CeMCOR) an der University of British Columbia. Es behält die beiden klinischen Phasen bei, stellt eine weitere davor und zählt das Jahr nach der letzten Blutung eigens mit. So kommt es auf vier: „Very Early Perimenopause“, „Early Perimenopause“, „Late Perimenopause“ und „Very Late Perimenopause“ – eine sehr frühe, eine frühe, eine späte und eine sehr späte Perimenopause (CeMCOR).
Das Besondere ist die erste Phase. CeMCOR hält es für möglich, dass die Perimenopause bereits begonnen hat, während die Zyklen noch regelmäßig und normal lang sind, und stützt die Einordnung auf eine Liste von Erfahrungsveränderungen – stärkere oder längere Blutungen, kürzere Zyklen von höchstens 25 Tagen, neu auftretende Brustspannung und weitere –, von denen drei zusammentreffen müssen. Diese sehr frühe Phase könne zwei bis fünf Jahre dauern.
CeMCOR selbst benennt, dass das nicht Konsens ist. Im Originaltext steht: „In saying this we differ from the official, current consensus“ – mit dieser Aussage weichen wir vom offiziellen, aktuellen Konsens ab. Wer das Vier-Phasen-Modell verwendet, sollte diesen Satz mitzitieren.
Eine vierte Quelle für „vier“ sind schlicht Tabellenspalten. Das Merck Manual, eine US-amerikanische Fachreferenz, führt eine Tabelle „Stages of Menopause“ mit vier Spalten: frühe menopausale Transition, späte menopausale Transition, frühe Postmenopause, späte Postmenopause (Merck Manual Professional). Im Fließtext derselben Seite stehen daneben vier Begriffe, die sich überlappen statt aufeinanderzufolgen: Die menopausale Transition „occurs during the perimenopause stage“, sie findet also innerhalb der Perimenopause statt. Wer vier Spalten und vier Begriffe gleichsetzt, bekommt zwangsläufig zwei verschiedene Vierer-Listen.
Die Phasen auf einen Blick
Die Tabelle gibt die Stadien nach STRAW+10 wieder. Die Dauerangaben stehen nur dort, wo der Text der Kriterien selbst eine nennt.
| Stadium | Name | Woran es erkennbar ist | Dauer laut Quelle | Was häufig vorkommt |
|---|---|---|---|---|
| −3a | Späte reproduktive Phase | Zyklen noch regelmäßig; erste feine Veränderungen, vor allem kürzere Zyklen; AMH-Werte und die Zahl der heranreifenden Follikel niedrig | Im Text nicht angegeben | Nachlassende Fruchtbarkeit |
| −2 | Frühe Perimenopause (frühe menopausale Transition) | Anhaltender Unterschied von 7 Tagen oder mehr zwischen der Länge aufeinanderfolgender Zyklen. „Anhaltend“ heißt: Die Schwankung wiederholt sich innerhalb von zehn Zyklen | Im Text nicht angegeben; das Merck Manual trägt „variabel“ ein | Erhöhte, aber schwankende FSH-Werte in der frühen Follikelphase |
| −1 | Späte Perimenopause (späte menopausale Transition) | Eine Blutungspause von 60 Tagen oder mehr | 1 bis 3 Jahre | Extreme Hormonschwankungen, häufiger Zyklen ohne Eisprung; vasomotorische Beschwerden treten wahrscheinlich auf |
| 0 | Letzte Regelblutung | Nur rückblickend bestimmbar, nach zwölf Monaten ohne Blutung | Ein Zeitpunkt, keine Phase | – |
| +1a / +1b | Frühe Postmenopause | +1a endet mit dem Ablauf der zwölf blutungsfreien Monate; damit endet zugleich die Perimenopause. +1b umfasst die weitere Zeit rascher Hormonveränderung | Beide zusammen im Mittel 2 Jahre | Vasomotorische Beschwerden treten am wahrscheinlichsten in diesem Stadium auf |
| +1c | Frühe Postmenopause, Stabilisierung | Hohe FSH-Werte und niedriges Estradiol stabilisieren sich | 3 bis 6 Jahre; die frühe Postmenopause insgesamt rund 5 bis 8 Jahre | – |
Alle Kriterien und Dauerangaben in dieser Tabelle stammen aus dem Text von Harlow et al., 2012; die Angabe „variabel“ für Stadium −2 aus der Tabelle des Merck Manual. Die Abbildung mit den Stadiendauern in der Originalarbeit ist eine Grafik und lag uns nicht in auswertbarer Form vor; wir geben deshalb nur wieder, was im Fließtext steht.

Eine Zahl fehlt dort bewusst: wie lange der ganze Übergang dauert. Dazu rechnet unser Ratgeber zu der Frage, wie lange die Wechseljahre dauern, die vorliegenden Zahlen durch.
So finden Sie heraus, in welcher Phase Sie sind
Was Sie notieren sollten
Es braucht keine App und kein Labor, sondern einen Kalender und etwas Geduld. Notiert werden:
- der erste Tag jeder Blutung,
- die Zykluslänge, also die Tage vom ersten Tag einer Blutung bis zum ersten Tag der nächsten,
- die Dauer der Blutung und wie stark sie war,
- Zwischenblutungen und Schmierblutungen mit Datum,
- der Tag, an dem eine Pause von mehr als 60 Tagen begonnen hat.
Sechs bis zwölf Monate solcher Einträge sind aussagekräftiger als jeder einzelne Laborwert, weil beide Schwellen aus Zykluslängen gebildet werden und nicht aus Hormonspiegeln.

Die zwei Schwellenwerte
Sieben Tage. Die frühe Perimenopause ist nach STRAW+10 gekennzeichnet durch eine zunehmende Schwankung der Zykluslänge, „defined as a persistent difference of 7 days or more in the length of consecutive cycles“ – einen anhaltenden Unterschied von sieben Tagen oder mehr zwischen aufeinanderfolgenden Zyklen. Entscheidend ist das Wort anhaltend, und die Kriterien definieren es: „Persistence is defined as recurrence within 10 cycles of the first variable length cycle.“ Die Schwankung muss sich also innerhalb von zehn Zyklen nach dem ersten auffälligen wiederholen (Harlow et al., 2012). Die deutsche S3-Konsultationsfassung gibt dieselbe Regel wieder: „‚Persistierend‘ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Auftreten der Zyklus-Längen-Veränderung innerhalb von 10 aufeinanderfolgenden Zyklen erneut auftreten muss.“
Ein Beispiel: Auf einen Zyklus von 27 Tagen folgt einer von 35 – acht Tage Unterschied. Das allein ist noch kein Stadienwechsel. Tritt derselbe Sprung innerhalb der nächsten zehn Zyklen erneut auf, ist das Kriterium erfüllt.
Sechzig Tage. Die späte Perimenopause „is marked by the occurrence of amenorrhea of 60 days or longer“ – sie beginnt mit einer Blutungspause von 60 Tagen oder mehr. Der Entwurf der deutschen Leitlinie formuliert es als Konsensaussage mit 100 % Zustimmung: „Blutungsabstände von mehr als 60 Tagen können bei Frauen mit zuvor regelmäßiger Blutung auf eine fortgeschrittene Perimenopause hinweisen.“
Beide Schwellen setzen voraus, dass vorher ein auswertbares Blutungsmuster bestand. Welche Beschwerden wie viel über die Einordnung aussagen, ordnet unser Ratgeber zu den Symptomen der Wechseljahre nach Aussagekraft.
Was zwölf Monate ohne Blutung bedeuten
Nach zwölf Monaten ohne Blutung gilt die vorangegangene Blutung rückblickend als die letzte. Der Entwurf der deutschen Leitlinie formuliert das mit Altersbezug: „Bei Amenorrhoe von mindestens 12 Monaten bei Frauen über 45 Jahren mit zuvor verwertbaren Blutungsmustern ist eine postmenopausale Situation wahrscheinlich“ (Konsens 100 %).
Zwei Dinge gehören daneben. Erstens endet die Perimenopause nicht mit der letzten Blutung, sondern erst zwölf Monate danach: Stadium +1a endet laut STRAW+10 mit dem Ablauf dieser zwölf Monate und markiert zugleich „the end of ‚perimenopause‘“. Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Tritt nach zwölf blutungsfreien Monaten erneut eine Blutung auf, ist das kein Phasenwechsel, sondern ein Grund für einen Termin. Blutungen nach der Menopause gehören ärztlich abgeklärt (ACOG). Das gilt unabhängig davon, wie leicht die Blutung ist.
In welchem Alter diese Marken üblicherweise liegen, führt unser Ratgeber dazu aus, wann die Wechseljahre beginnen. Dort stehen auch die Zahlen nebeneinander, die sich zwischen den Quellen unterscheiden – die deutsche Leitlinie nennt für die letzte Blutung ein Alter zwischen 50 und 53 Jahren, das IQWiG im Durchschnitt 51 Jahre, die Frauenärzte im Netz die Hälfte aller Frauen bis 52.
Wenn sich die Phase nicht am Zyklus ablesen lässt
Für einen Teil der Frauen funktioniert die ganze bisherige Logik nicht, weil kein auswertbares Blutungsmuster vorliegt. Die deutsche Leitlinie führt diese Gruppe eigens auf und nennt fünf Konstellationen: nach Hysterektomie ohne Entfernung der Eierstöcke, bei liegendem Gestagen-Intrauterinsystem, nach Endometriumablation, bei polyzystischem Ovarsyndrom und nach einer Chemotherapie. Ihr Urteil ist eindeutig: „In dieser Patientinnengruppe sind die Blutungsmuster nicht zur Diagnostik der Peri- und Postmenopause geeignet.“
Das betrifft ausdrücklich auch die Zwölf-Monats-Regel. Dieselbe Fassung hält fest: „Das Kriterium der 12 Monate Blutungsfreiheit ist jedoch nicht diagnostisch unter Gestagen-IUPs, nach Endometrium-Ablation oder gar nach Hysterektomie unter Erhalt zumindest eines Teil-Ovars.“ Wurden dagegen beide Eierstöcke mit entfernt, tritt die Postmenopause unmittelbar ein; Beschwerden entwickeln sich dann laut Leitlinie bei vielen Frauen innerhalb der ersten drei Monate.
Hinzu kommt die hormonelle Verhütung. Die britische Leitlinie NICE NG23 empfiehlt in Empfehlung 1.3.5, bei kombinierter Östrogen-Gestagen-Verhütung oder hoch dosierten Gestagenen keinen FSH-Test zur Feststellung der Menopause einzusetzen (NICE NG23; britische Leitlinie, in Deutschland nicht verbindlich).
Was stattdessen herangezogen wird, und mit welchen Einschränkungen:
- FSH und AMH. Die deutsche Konsultationsfassung formuliert dazu eine evidenzbasierte Empfehlung mit dem offenen Empfehlungsgrad 0: Bei Frauen ohne verwertbare Blutungsmuster, aber typischen Symptomen „können Follikel-Stimulierende Hormon (FSH)-Werte und/oder Anti-Müller-Hormon (AMH)-Werte zur Diagnosestellung der frühen oder späten Perimenopause herangezogen werden“ (Konsens 94 %).
- Kein Grenzwert. Dieselbe Leitlinie hält fest: „Die Studienlage erlaubt aktuell nicht die Festlegung eines spezifischen Cut-offs.“ Für die späte Transition wurden in Studien am häufigsten frühfollikuläre FSH-Werte zwischen 24 und 45 IU/L verwendet. Für AMH lässt sich wegen uneinheitlicher Testverfahren ebenfalls kein Grenzwert angeben.
- Enges Zeitfenster. FSH ist nur an den Zyklustagen 2 bis 7 für die Zuordnung validiert, und die prognostische Gültigkeit einer Hormonbestimmung beträgt in der Perimenopause „nur 2-4 Wochen“.
- Verhütung verfälscht AMH. Bei Frauen, die hormonell verhüten, kann das AMH um rund 23 % zu niedrig gemessen werden.
- Symptommuster. Die Leitlinie stellt zwei Spalten gegenüber: eher für die menopausale Transition sprechen vasomotorische Beschwerden, die zunächst um die Blutung herum auftreten, dazu Brustspannen und Wassereinlagerungen in hyperöstrogenen Phasen; eher für die Postmenopause sprechen vaginale Trockenheit und das genitourinäre Syndrom.
- Speicheltests nicht. Zu ihnen stellt die Leitlinie fest, es gebe für keinen eine verbindliche Standardisierung und sie seien „bislang nur für die Laienbenutzung zugelassen und explizit nicht für medizinisch-diagnostische Zwecke“.
Insgesamt nennt die Leitlinie die Datenlage für diese Gruppe „schlecht“ und fordert weitere Studien. Das ist keine Formalie: Es heißt, dass eine sichere Phasenzuordnung ohne Blutungsmuster derzeit oft nicht möglich ist. Was Hormontests leisten und was nicht, behandelt unser Ratgeber zum Hormontest in den Wechseljahren ausführlich.
Welche Phase sich am schlimmsten anfühlt
Die Frage wird oft gestellt und selten ehrlich beantwortet. Eine für alle gültige Antwort gibt es nicht. Für Hitzewallungen und Nachtschweiß lässt sich der Zeitraum aber eingrenzen.
STRAW+10 verortet sie am deutlichsten in der frühen Postmenopause: Für die späte Perimenopause heißt es, vasomotorische Beschwerden träten wahrscheinlich auf, für die Stadien +1a und +1b, sie träten „most likely“ auf – also am wahrscheinlichsten im Jahr nach der letzten Regelblutung und im Jahr darauf. Die Tabelle des Merck Manual setzt dieselbe Abstufung.
Die SWAN-Studie stützt das von der anderen Seite. In einer Auswertung von 3.198 Teilnehmerinnen, die zwischen 1996 und 2002 begleitet wurden, war der Übergang in die späte Perimenopause der stärkste Einzelfaktor für vasomotorische Beschwerden, mit einem angepassten Odds Ratio von 6,64 (95-%-Konfidenzintervall 4,80 bis 9,20) (Gold et al., 2006).
Wichtiger für die eigene Einordnung ist aber ein zweiter Befund: Wann die Beschwerden einsetzen, sagt mehr über ihre Dauer aus als die Phase selbst. Frauen, die erstmals in der Prämenopause oder frühen Perimenopause häufige Beschwerden berichteten, hatten die längste Gesamtdauer – median über 11,8 Jahre, mit median 9,4 Jahren nach der letzten Regelblutung. Setzten die Beschwerden erst in der Postmenopause ein, lag die mediane Dauer bei 3,4 Jahren (Avis et al., 2015). Die deutsche Konsultationsfassung übernimmt diese Zahlen.
Und es gibt nicht einen Verlauf, sondern mehrere. Eine weitere SWAN-Auswertung fand vier Verlaufsmuster: früher Beginn mit Rückgang nach der Menopause bei 18,4 %, Beginn nahe der letzten Blutung mit späterem Rückgang bei 29,0 %, früher Beginn mit dauerhaft hoher Häufigkeit bei 25,6 % und durchgehend seltene Beschwerden bei 27,0 % (Tepper et al., 2016). Gut ein Viertel der Frauen erlebt also durchgehend wenig. Welche Möglichkeiten es gibt, wenn Beschwerden belasten, zeigt unser Ratgeber zur Behandlung in den Wechseljahren.
Laufen die Phasen immer der Reihe nach?
Nein, und das zu wissen erspart einigen Schrecken.
Nach einer langen Pause kann die Blutung zurückkehren. CeMCOR beziffert den Anteil der Frauen, bei denen das im letzten Zähljahr geschieht, mit 10 bis 20 % und beschreibt die Folge nüchtern: Dann beginnt die Zwölf-Monats-Zählung von vorn (CeMCOR). Die zugrunde liegenden Einzelstudien dieser Angabe haben wir nicht eingesehen; wir geben sie deshalb als Aussage von CeMCOR wieder, nicht als unabhängig geprüften Befund.
Umgekehrt gibt es Verläufe ganz ohne Zwischenstufen. Die Frauenärzte im Netz schreiben: „Es gibt Frauen, die bis zur allerletzten Regelblutung einen regelmäßigen Zyklus haben.“ Für sie trägt die Einteilung über Zykluslängen schlicht nicht.
Dazu kommt die Grundvariabilität, die die deutsche Leitlinie in einer Zahl fasst: Die Rate der Eisprünge sinkt im letzten Jahr vor der finalen Blutung auf 5 %. Eine Phase ist deshalb kein Schalter, sondern eine Beschreibung dessen, was überwiegt.
Eine Ausnahme bleibt eine Ausnahme: Eine Blutung nach zwölf blutungsfreien Monaten gehört immer abgeklärt – auch wenn sie schwach ist und auch wenn sie sich wie eine normale Periode anfühlt.
Wie dieser Übergang insgesamt definiert ist, von seinem Beginn bis zu seinem Ende, steht in unserem Ratgeber dazu, was die Perimenopause ist.
Häufige Fragen zu den Phasen der Wechseljahre (FAQ)
Was sind die 4 Phasen der Wechseljahre? Keine ärztliche Fachgesellschaft definiert vier. Das klinische Modell, die STRAW+10-Kriterien, unterscheidet eine frühe und eine späte Perimenopause; die deutsche S3-Leitlinie beschränkt sich in ihrer Konsultationsfassung von 2026 ausdrücklich auf diese beiden. Die Vierer-Listen im Netz stammen aus drei verschiedenen Quellen: aus der Reihe Prämenopause – Perimenopause – Menopause – Postmenopause, aus dem Vier-Phasen-Modell des kanadischen CeMCOR, das eine „sehr frühe“ Phase vor den Zyklusveränderungen ergänzt und selbst schreibt, dass es vom offiziellen Konsens abweicht, und aus Spaltenüberschriften von Tabellen wie der des Merck Manual.
Woran erkenne ich, in welcher Phase ich bin? An der Länge Ihrer Zyklen, nicht an Ihrem Alter. Notieren Sie über mehrere Monate den ersten Tag jeder Blutung. Unterscheiden sich aufeinanderfolgende Zyklen anhaltend um sieben Tage oder mehr, spricht das für die frühe Perimenopause; „anhaltend“ heißt nach STRAW+10, dass sich diese Schwankung innerhalb von zehn Zyklen wiederholt. Liegen zwischen zwei Blutungen 60 Tage oder mehr, spricht das für die späte Perimenopause. Eine Blutung, die nach zwölf blutungsfreien Monaten wieder auftritt, gehört ärztlich abgeklärt.
Kann ein Bluttest meine Phase bestimmen? Bei regelmäßig dokumentiertem Zyklus ist der Zykluskalender aussagekräftiger. Die Konsultationsfassung der deutschen S3-Leitlinie von 2026 hält fest, dass die Studienlage derzeit keinen Grenzwert für FSH und keinen für AMH erlaubt, dass FSH nur an den Zyklustagen 2 bis 7 für die Stadienzuordnung validiert ist und dass eine Hormonbestimmung in der Perimenopause nur zwei bis vier Wochen aussagekräftig bleibt. Ohne verwertbares Blutungsmuster können FSH und AMH dagegen helfen.
Wie lange dauert jede Phase? Die STRAW+10-Kriterien nennen im Text nur für einen Teil der Stadien eine Dauer: die späte Perimenopause 1 bis 3 Jahre, die frühe Postmenopause insgesamt rund 5 bis 8 Jahre (Harlow et al., 2012). Für die frühe Perimenopause gibt der Text keine Zahl an; die Tabelle des Merck Manual trägt dort „variabel“ ein. Für den gesamten Übergang fand die SWAN-Studie je nach Alter bei Beginn eine angepasste mediane Dauer zwischen 4,37 und 8,57 Jahren (Paramsothy et al., 2017).
Welche Phase ist die schlimmste? Eine für alle gültige Antwort gibt es nicht. Für Hitzewallungen und Nachtschweiß lässt sich der Zeitraum aber eingrenzen: STRAW+10 verortet sie am wahrscheinlichsten in der frühen Postmenopause, also im Jahr nach der letzten Regelblutung und im Jahr darauf. In SWAN war der Übergang in die späte Perimenopause der stärkste Einzelfaktor für vasomotorische Beschwerden. Zugleich fand dieselbe Studie vier verschiedene Verläufe, und bei 27,0 % der Frauen blieben die Beschwerden durchgehend selten.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Sprechen Sie mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson, bevor Sie Ihre Gesundheitsroutine ändern.
Quellen
- Harlow SD, Gass M, Hall JE, et al. Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop +10: addressing the unfinished agenda of staging reproductive aging. Menopause, 2012;19(4):387–395 — Begutachteter Fachartikel über PMC. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3340903/
- DGGG, OEGGG, SGGG. S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015-062, Konsultationsfassung Juni 2026, Langfassung — Entwurf einer medizinischen Leitlinie im Kommentierungsverfahren, noch nicht verabschiedet. https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-062l_S3_KF_Peri-und-Postmenopause-Diagnostik-Interventionen_2026-06.pdf
- DGGG, OEGGG, SGGG. S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015-062, Version 1.1, Januar 2020 inkl. Addendum September 2020 — Medizinische Leitlinie; Gültigkeitsdauer 01.01.2020 bis 31.12.2024, abgelaufen. https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-062l_S3_HT_Peri-Postmenopause-Diagnostik-Interventionen_2021-01.pdf
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Wechseljahrsbeschwerden — Gesundheitsinformation einer gesetzlich beauftragten deutschen Institution. https://www.gesundheitsinformation.de/wechseljahrsbeschwerden.html
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Projekt V24-05: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause — Projektseite, Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit vom 16.05.2024. https://www.iqwig.de/projekte/v24-05.html
- Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) in Zusammenarbeit mit der DGGG. Wechseljahre / Klimakterium — Patienteninformation einer deutschen Fachgesellschaft, letzte Bearbeitung 18.05.2018. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/koerper-sexualitaet/wechseljahre-klimakterium/
- Centre for Menstrual Cycle and Ovulation Research (CeMCOR), University of British Columbia. How Can I Tell I Am in Perimenopause? — Informationsseite einer universitären Forschungseinrichtung (Kanada). https://cemcor.ubc.ca/resources/how-can-i-tell-i-am-perimenopause/
- Merck Manual Professional Edition. Menopause — US-amerikanische medizinische Fachreferenz. https://www.merckmanuals.com/professional/gynecology-and-obstetrics/menopause/menopause
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Menopause: identification and management, NG23, Empfehlungen — Britische Leitlinie, zuletzt aktualisiert am 15. April 2026. https://www.nice.org.uk/guidance/ng23/chapter/Recommendations
- Gold EB, Colvin A, Avis N, et al. Longitudinal analysis of the association between vasomotor symptoms and race/ethnicity across the menopausal transition: study of women's health across the nation. American Journal of Public Health, 2006;96(7):1226–1235 — Begutachteter Fachartikel über PMC. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1483882/
- Avis NE, Crawford SL, Greendale G, et al. Duration of Menopausal Vasomotor Symptoms Over the Menopause Transition. JAMA Internal Medicine, 2015;175(4):531–539 (SWAN) — Begutachteter Fachartikel über PMC. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4433164/
- Tepper PG, Brooks MM, Randolph JF, et al. Characterizing the trajectories of vasomotor symptoms across the menopausal transition. Menopause, 2016;23(10):1067–1074 — Begutachteter Fachartikel über PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27404029/
- Paramsothy P, Harlow SD, Nan B, et al. Duration of the menopausal transition is longer in women with young age at onset: the multiethnic Study of Women's Health Across the Nation. Menopause, 2017;24(2):142–149 — Begutachteter Fachartikel über PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27676632/
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Perimenopausal Bleeding and Bleeding After Menopause, FAQ162 — Patienteninformation einer US-amerikanischen Fachgesellschaft. https://www.acog.org/womens-health/faqs/perimenopausal-bleeding-and-bleeding-after-menopause
Alle Quellen abgerufen am 1. Oktober 2026.




